Chronik

Gründungsjahre

Gründerväter der Heimattreuen HammerIm Jahr 1926 findet ein erstes Treffen von einigen Hammer und Ex-Hammer Bürgern statt, aus dem in der Folgezeit die "Gesellschaft Heimattreue Hammer" entsteht. Die formale Gründung der Gesellschaft selbst erfolgt, wenn man der überlieferten Satzung glaubt, am 20. Oktober 1927. Als Gründungsmitglieder sind Heinrich Eyckeler, Wilhelm ("Willi") Etz, Pater Sadoc Stuhlweißenburg und Sanitätsrat Dr. Jakob Hecker zu nennen, wobei letzterer als Vater der Gesellschaft gilt. Erste schriftliche Berichte (interner Bereich) stammen aus dem Januar 1928. Die Gründungsveranstaltung selbst scheint somit nicht dokumentiert worden zu sein.


Regimentskönig Johann DahmenBereits im Rahmen der Gründung im Oktober 1927, stellt die Gesellschaft auch eine Schützenkompagnie auf, welche nun regelmäßig am Leben der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft teilnimmt. Die aktive Teilnahme an dieser Kompagnie ist "in das Belieben der Mitglieder" gestellt und nicht verpflichtend. Die Gesellschaft stellt sich aber zur Aufgabe, die Kompagnie in jeder Weise zu fördern. Bei einem Großteil der Mitglieder der Heimattreuen Hammer handelt es sich um Menschen, die mit Hamm auf verschiedenste Weise verbunden sind, aber (weit) außerhalb Hamms leben. Somit schafft es die Gesellschaft bzw. die Kompagnie für diese Menschen die Bindungen und Freundschaften mit ihren Hammer Freunden über Jahre hinweg zu erhalten und zu festigen. So stellt die zu diesem Zeitpunkt noch kleine Kompanie im Jahre 1932/33 sogar einen Regimentsschützenkönig: Johann Dahmen mit seiner Frau Katharina als Königin.


Erste FahneIm Jahre zuvor hat der damalige Kompaniekönig Heinrich Eyckeler eine Fahne gestiftet, die auf der (grünen) Vorderseite als Symbol den hl. Christophorus als Wanderer mit Stab und dem Christuskind auf dem Arm zeigt. Er gilt als Schutzpatron der Reisenden und nimmt somit als Motiv auf, dass einige Mitglieder reisen müssen, um in ihre Heimat Hamm zu kommen. Auf der Rückseite finden sich das Wappen der preußischen Rheinprovinz und das der Stadt Düsseldorf, Sitz von deren Provinziallandtag und des Landeshauptmanns. Zentral aufgestickt ist der Name der Gesellschaft, wie sie sich damals noch nennt. Natürlich wird die Gesellschaftsfahne auch von der Schützenkompagnie genutzt. Am unteren Rand befinden sich zwei weitere Heilige, die in unterschiedlicher Weise auch später wieder aufgegriffen werden: der Pfarrpatron St. Blasius und St. Sebastianus (in einer eher unüblichen Darstellung als römischer Soldat mit Schild - ohne das den Heiligen normalerweise kennzeichnende Attribut der Pfeile (?)). Dechant Johannes Schmitz, Pfarrer von St. Blasius, weiht diese Fahne am 25. Januar 1931. Der Dominikaner-Pater Sadoc M. Stuhlweißenburg (Link in den intern Bereich), das erste Ehrenmitglied der Kompanie, hält auf dem Fahnenweihfest in Heckers Gartenlokal (J. Sacha), bei dem 900 - 1000 Besucher anwesend gewesen sein sollen, eine "ganz glanzvolle Festrede, die in allen Tageszeitungen veröffentlicht worden ist", wie der Schriftführerbericht von Jean Eßer für diesen Tag festhält.

Im Oktober 1932 beteiligen sich die Heimattreuen Hammer, ebenso wie weitere Kompanien der Hammer Schützenbruderschaft, am Fest der "Erzbruderschaft vom Heiligen Sebastianus", dem Vorläufer des Bund der historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS), welches in Düsseldorf mit einer Beteiligung von 20.000 Schützen stattfindet. In der Maschinenhalle zelebriert der Kölner Weihbischof Joseph Hammels ein Pontifikalhochamt. Im Anschluss daran gibt es auf der Cecilienallee (und dem heutigen Joseph-Beuys-Ufer) eine Parade der Schützen, die am Ulanen-Denkmal von den "Honoratioren" abgenommen wird. Den Abschluss bildet eine Veranstaltung zur Aufstellung der Statuten der Erzbruderschaft und ein Preisfahnenschwenken im Zooviertel.

Zeit des Nationalsozialismus, Kriegsjahre und Wiederbeginn

Nur wenig später übernehmen die Nationalsozialisten die Macht im Deutschen Reich und die Ausrichtung auf den Führer und die NS-Parteiideologie bringen immer stärker werdende Einschränkungen für das (katholische) Schützenwesen mit sich.

NS-Fahnenband Kompaniefahne Zumindest zwischen 1933 und 1938 können jedoch noch Schützenfeste abgehalten und Regimentskönige der Hammer Bruderschaft ermittelt werden - auch wenn schon beim ersten Schützenfest dieser Zeit die Hakenkreuzfahne am Schießstand weht, Fahnenbänder mit Hakenkreuzen an der einen oder anderen Kompaniefahne hängen und eines als Schleife am Gedenkkranz zu sehen ist, bei der Kranzniederlegung am Ehrenmal der Kirche mit dem "Deutschen Gruß" gegrüßt wird und sich vereinzelt Männer in Uniformen von NS-Organisationen in den Schützenumzug einreihen. Die Zeichen der "neuen Zeit" sind erstaunlich schnell - und aus heutiger Sicht schon im Herbst 1933 erschreckend vielfältig - im Schützenwesen des eher beschaulichen Hamm präsent. Die letzten schriftlichen Eintragungen im Schriftführerbuch unserer Kompanie dieser Jahre stammen aus den Tagen vom 22. August bis zum 10. September 1936, in denen auch das jährliche Schützenfest gefeiert wurde:

Düsseldorf, 22.8.1936
Am Mittwoch den 26.8. abends 8 ½ Uhr im Lokal "Zum Goldenen Kessel" hielten wir unsere letzte Versammlung ab.
Tagesordnung.
1.) Endgültige Beschlussfassung über Aufstellung einer Schützenkompagnie
2.) Aufstellung eines Programmes für die Hammer Kirmestage
Aber es konnte keine Einigung stattfinden.

Düsseldorf, 1.9.1936
Es war uns leider in diesem Jahr nicht möglich, eine Schützenkompagnie für das Hammer Schützenfest aufzustellen.
Trotzdem nehmen wir an dem schönen Heimatfest regen Anteil.

Dienstag den 8.9. 11 Uhr bei [... Text fehlt ...] bekannte Frühstück von unserem [... Text fehlt ...] Heinrich.

Mittwoch den 9.9. hielten wir abends 8 ½ ein Familienfest mit dem traditionellen Hahnenköpfen. Hahnenkönig wurde dieses Jahr Peter Schneider.

Donnerstag den 10.9. 11 Uhr war letzter Fußappell beim Uerigen. Die Mitglieder waren zahlreich erschienen, denn das prima Frühstück mit seinen Gläsern Alt wollte keiner verpassen.

Danach findet sich (nach aktuellem Stand) nur noch ein Brief des damaligen Hauptmanns und des 1. Vorsitzenden (interner Bereich) aus dem September 1937 an die Mitglieder zum Programm der Heimattreuen für die Kirmes 1937, die jedoch wieder ohne Beteiligung einer Schützenkompagnie der Heimattreuen stattfinden wird. (Es sei angemerkt, dass der Brief den Hinweis enthält, dass das Abendessen am Montag vom "Verpflegungsoffizier" der Heimattreuen gestiftet wird.)

Der auch für Hamm einschneidende 2. Weltkrieg unterbricht für die nächsten Jahre nicht nur die Aktivitäten der Heimattreuen Hammer sondern aller Hammer Schützen vollständig: Das traditionell für das erste Septemberwochenende 1939 (Sa. 2.9. - Di. 5.9.) geplante Schützenfest findet aufgrund des tags zuvor begonnenen Krieges nicht mehr statt. Mit der Kapitulation der Wehrmacht des Deutschen Reiches am 8. Mai 1945 werden Schützenvereine von den Allierten als uniformierte Waffenträger grundsätzlich verboten.

Einladungskarte zur ersten NachkriegsversammlungErst am 26. August 1947 - also mehr als zweieinviertel Jahre nach Kriegsende - versammeln sich die verbliebenen Mitglieder der Heimattreuen Hammer erstmals wieder (siehe überlieferte Einladungspostkarte). Seit dem letzten Vorstandsbrief zum Programm der Kirmes 1937 sind ziemlich genau 10 Jahre vergangen. Trotzdem finden die Ehemaligen wieder als Kompanie zusammen. Der Neuaufbau erfolgt ziviler als zuvor - bisherige militärische Attribute treten in den Hintergrund, eine weißes Hose (am dritten Tag der Kirmes auch gerne auf links getragen - eine Ersatzhose gab es meist nicht) und weißes Hemd mit Krawatte sind jetzt Uniform bei den meisten Kompanien (siehe auch weiter unten). Nach einer Versammlung entscheiden sich die Heimattreuen Hammer mit etwa 15 - 20 Kameraden (laut Meldung an den Vorstand der Hammer Bruderschaft) wieder aktiv am Schützenfest 1947, der ersten Hammer "Bunkerkirmes", teilzunehmen. Dieser Entscheidung gebührt höchster Respekt vor dem Hintergrund der heute nicht mehr nachvollziehbaren täglichen Sorgen und Nöte der Hammer Bürger. Sie bezeugt das Ziel der Kompanie, zu den überlieferten und bewährten Traditionen der Schützenbrüder zurückzukehren, die der Gemeinschaft im Dorf und den Idealen der dort lebenden Menschen über Jahrhunderte gut gedient haben!

Der Schriftführerbericht von 1947 zeigt, dass selbst in dieser Zeit Wert auf eine angemessenes Auftreten und Ausstattung der Heimattreuen Schützen gelegt wird:

"Antreten bei Joh. Scheurenberg, Hauptmann, jeder hat rote Aster im Knopfloch und Roter Asternstrauss in der Hand! Blumen durch Frau Windhövel!"

Zur Kleidung bzw. der Uniform der Heimattreuen Hammer findet sich 1948 folgender Eintrag, in genau dieser Mischung aus Hochdeutsch und Platt:

"Denke mer mol an vörijes Johr, die Heimattreue-Kompanie wor die Zweitstärkste im Zoch. Mr hant sogar en Verpflichtung mötzumake; on för die dat in Frage kömmt, fällt net völ zum aandonn: Schwatte Anzog oder ne donkle, Zylinder, en Blohm innet Knopploch (die besorge mer) on schon jeht et loss!! Vörijes Johr hatte mer beinah dr Schötzekönig in dr Kompanie un wie mer aus informeerte Heimattreue-Kreise erfahren, hammer dr Königs-Aspirant noch met demselben Moht onger us. Wat dat för uns bedütt, is wohl klor!"

Regimentsschützenkönig im Jahr 1948 wird übrigens laut Chronik der Bruderschaft Heinz Esser mit Katharina geb. Röckrath aus der Junggesellen und Jungmänner Schützenkompanie (JÜKO) - damals wie heute gibt es also zu diesem Thema viele Gerüchte und nicht immer Belastbares.

Aufblühen und altersbedingter Niedergang

Kompanie 1951
Erstes Nachkriegskompaniefoto 1951 (mit Namen im internen Bereich)
Die schon bei der Bunkerkirmes wieder vereinten Kameraden der Heimattreuen Hammer beginnen neben der Suche nach weiteren lebenden "Ehemaligen" mit dem Werben neuer, junger Mitglieder. Diese können das Schützenwesen nach den Kriegsjahren jetzt aktiv kennen lernen und (er)leben - wie beispielsweise der Regimentskönig des Jahres 1947 Kaspar von Zons und sein Brudermeister Josef Etz (vorher Schützenkompanie Liederkranz) und andere, die neu bei den Heimattreuen ein- oder übertreten. Der Enthusiasmus ist so groß, dass die Gesellschaft für den 28. Januar 1948 ein Winterfest im Bruderhaus (Wwe. Brögelmann bzw. Etzweiler) ausrichtet. Neben einer Sängerin ist eine Kapelle mit 4 (bzw. 5) Mann Besetzung sowie ein Humorist engagiert, wie aus dem Genehmigungsersuchen an die Stadt hervorgeht. Auch die Polizeistunde soll um eine Stunde auf 1 Uhr nachts verlängert werden. Das Fest wird ein so großer Erfolg, dass es 1949 wiederholt werden soll (was aber wohl nicht geschehen ist).

Kompanie zur Feier 500 Jahre Bruderschaft
Die Heimattreuen Hammer 1958 (mit Namen im internen Bereich)
Nach und nach werden die "überlieferten Sitten und Gebräuche und der traditionellen Heimatfeste", wie es im Rundbrief zum Winterfest 1948 heißt, wieder aufgenommen und mit Leben gefüllt. Zehn Jahre später - im Jahr 1958 zum 500-jährigen Bestehen der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft - wurde ein großes Jubiläum zusammen im Dorf gefeiert.

Wie schon vor dem Krieg wird auch in den 50-er Jahren im Verein noch zwischen der Gesellschaft "Heimattreue Hammer" und der Schützen-Kompagnie desselben Namens unterschieden. Auch die jeweiligen Kassen sind in der Regel getrennt. Vor jedem Schützenfest wird explizit über die Aufstellung einer Schützen-Kompagnie entschieden. Zu diesem Zeitpunkt werden dann auch für das aktuelle Jahr der Schützenhauptmann, sein Stellvertreter, die Zugführer und die Chargierten (Fahnengruppe) gewählt. (Ein Spieß, der über "Zucht und Ordnung" in der Kompanie wacht, ist mindestens bis zu Beginn der 60-er Jahre nicht darunter.) Im Jahr 1961 wird entschieden, dass auch die Chargierten ohne Säbel ziehen. Sie tragen aber noch eine (dunkelgrüne) Schulterschärpe, während der Hauptmann spätestens ab 1958 ein Koppel und wieder einen Säbel trägt. Auch einigt man sich über den genauen Ablauf des Grüßens mit dem Zylinder bei der Königsparade ("Vorbeimarsch").

Über das Grüßen beim Vorbeimarsch einigte man sich wie folgt:
Der Hauptmann nimmt seinen Zylinder ab und hält ihn hoch. Dies ist das Zeichen für alle, die linke Hand an den Zylinder zu legen. Nimmt der Hauptmann seinen Zylinder herunter, folgen im gleichen Augenblick, alle anderen.

Schützenunzug in StrumpfhosenDas aktive Vereinsleben unterliegt starken Schwankungen, Zeiten mit vielen Aktiven und Aktionen wechseln sich ab mit Perioden eher geringerer Beteiligung und Aufrufen des Vorstandes sich doch (wieder) stärker im Verein zu engagieren und mitzumachen. Auch die Zahlungsmoral der Mitglieder bereitet in manchen Jahren kleinere Sorgen - größere Defizite in der Kasse können aber doch vermieden werden. Bei Zusammenkünften sind durchweg die mehrmals im Jahr stattfindenden Kegelveranstaltungen sehr beliebt.

Der große BauernaufstandZum Schützenfest lassen sich die Kameraden immer wieder "publikumswirksame" Aktionen einfallen. Im kollektiven Gedächtnis sind zum Beispiel der Schützenumzug in schwarzen Strumpfhosen mit zwei auf einem geschmückten Holzstuhl bzw. in einem Kinderwagen mitgeführten Altbierfäßchen (die Brauerei ist zur retrograden Geschmacks[über]prüfung der Kameraden leider nicht feststellbar), der Fackelzug mit Esso-Tigerlampions, "der große Bauernaufstand", das große Geleit für Scheich Caspar und einer motorrad-gestützten Fahnengruppe geblieben. Eine besondere Rolle als eine Art Zeremonienmeister scheint hier immer unser Caspar von Zons gespielt zu haben.

Für das wieder eingeführte Kompanieschießen wird eine silberne Königskette erworben. Erster Träger der Kette ist im Königsjahr 1975 / 1976 Leo Jansen. Im Folgejahr 1977 kann dann im Rahmen des Schützenfestes stolz das 50-jährige Bestehen des Vereins gefeiert werden. Im Zusammenhang mit diesem Fest wird die Erneuerung der Kompaniefahne geplant, aber letztendlich zu diesem Ereignis doch nicht umgesetzt. Ob dies an der zwischenzeitlich erwogenen Herstellung in Indien gelegen hat, ist nicht überliefert

Regimentskönig Volker HolterboschIm Jahr 1982, genau 50 Jahre nach dem ersten Königsschuss gibt es erneut besonderen Grund zum Jubeln: die Kompanie "Heimattreue Hammer" stellt mit Volker Holterbosch und seiner Frau Rita zum zweiten Mal in ihrer Geschichte ein Regimentskönigspaar.

Zudem wird in diesem Jahr tatsächlich die - schon zum 50-jährigen Jubiläum angedachte - neue Kompaniefahne angeschafft und von unserem Pfarrer Nikolaus Faber am 20. Mai 1982 (Christi Himmelfahrt) während eines feierlichen Hochamtes geweiht. Wieder ist auf der Vorderseite auf dunkelgrünem Grund der hl. Christophorus als Wanderer abgebildet. Die Rückseite zeigt den Namen der Kompanie sowie das Gründungsjahr noch einmal in der ursprünglichen Schreibweise "Kompagnie" und in den Ecken das Wappen der Landeshauptstadt Düsseldorf, das Wappen des Landes Nordrhein-Westfalen, den hl. Sebastianus (siehe auch erste Fahne) und den hl. Bischof Blasius, den Schutzpatron der Pfarrkiche Hamms (von links oben nach rechts unten).

50 Jahre - FahnenweiheLeider läßt krankheitsbedingt und aufgrund des fortschreitenden Alters der Mitglieder das Interesse und die aktive Teilnahme am Schützenwesen stark nach, so dass 1985 schließlich nur noch die Fahnengruppe übrig bleibt und Josef Etz II (Üpper) einen Hilferuf an alle Mitglieder (interner Bereich) sendet.

Durch den unermüdlichen Einsatz einiger weniger Kameraden kann dann die Auflösung der Kompanie doch noch abgewendet werden. Da allerdings die verbliebenen Mitglieder nicht jünger werden und auch keine konkrete Aussicht auf Nachwuchs besteht, droht die Kompanie endgültig im wahrsten Sinne des Wortes "auszusterben".

Erfolgreiche Nachwuchswerbung ... eine Art Neuanfang

Spätestens ab Mitte der 1990-er Jahre kommt das Vereinsleben fast vollständig zum Erliegen: die vorerst letzte Fackel wird 1988 gebaut, der vorerst letzte Kompaniekönig (Bob Jansen) im Sommer 1995 ausgeschossen, Vereinstouren oder Versammlungen finden nicht mehr oder nur sehr unregelmäßig statt. Im Jahr 1997 lädt der Vorstand die Mitglieder für den 8. März zu einer Versammlung ein, bei der "die Aufnahme der neuen Mitglieder, die an diesem Abend persönlich erscheinen werden" auf der Tagesordnung steht. - Allerdings ist es nicht zur Aufnahme dieser Mitglieder gekommen.

Kompanie Heimattreue-Hammer zum Schützenfest 2004
Die Heimattreuen Hammer 2004 zum ersten Mal mit Mitgliedern in neuer Uniform (mit Namen im internen Bereich)
In den beiden folgenden Jahren bis 1999 werden die Mitglieder vom Vorstand noch jeweils schriftlich zur Teilnahme an Titular- und Schützenfest eingeladen. Nach dem Schützenfest 1999 gibt es zunächst keine Berichte oder dokumentierte Aktivitäten mehr. Unser Hauptmann Klaus Jansen will dem allerdings nicht tatenlos zusehen und gibt nicht auf, bei der Junggesellen und Jungmänner Schützenkompanie (JÜKO) um Nachwuchs zu werben. Im Jahr 2003 soll seine Mühe letztlich belohnt werden. 19 neue Mitglieder treten in den Verein ein, womit seine Mitgliederzahl vervierfacht und das Durchschnittsalter halbiert wird.

Dies bringt viele Veränderungen, die von den bisherigen Mitgliedern bereitwillig und mit großem Interesse angenommen werden. So wird z.B. eine neue Uniform angeschafft, zu der neben einem schwarzen Jacket mit dunkelgrünen Besatz sowie einer nun weißen Hose zum Schützenfest, einem schwarzen Jägerhut mit Hahnenschlappe und Rehhaar-Rosette auch wieder Säbel für die Offiziere und Gewehre für die anderen Mitglieder gehören. Auf beides wurde zwischen 1947 bzw. 1961 und 2004 verzichtet. Diese neue Uniform löst in der gesamten Bruderschaft sehr positive Resonanz aus. Für das Schützenfest 2004 wird ein eigenes Tambourcorps sowie eine Blaskapelle verpflichtet und am Fackelzug wird in diesem Jahr nach 16 abstinenten Jahren wieder - mit dem 4. Platz "aus dem Stand" zudem sehr erfolgreich - mit einer eigenen Fackel teilgenommen.

Im Jahr 2005 wird der Staffelstab in der Führung der Kompanie an die nächste Generation weitergereicht: Klaus Jansen übergibt die Hauptmannskette und damit das Amt, das er zweimal und zuletzt mehr als 15 Jahre inne gehabt hat. Für seine besonderen Verdienste mit seinem unermüdlichen Einsatz für die Kompanie insbesondere zur Erhaltung des Vereins wird er auf Basis eines Beschlusses der Generalversammlung am 17.12.2005 zum ersten Ehrenhauptmann der Heimattreuen Hammer (Kopie der Urkunde im internen Bereich) ernannt.

Im Jahr 2007 wird dann zudem die "alte" Kompaniefahne von 1982 überarbeitet und erneut geweiht. Seitdem erstrahlt sie in neuem Glanz.

"Stütze des Schützenwesens in Hamm"

Aufgrund der vielen Aktivitäten (u.a. Ausrichtung eines Ski-Openings, Teilnahme am Drachenbootrennen im Hafen, Organisation eines Fußballturniers) hat die Kompanie zwischenzeitlich den Beinamen "Event-Verein" erhalten, und auch die weiter steigenden Mitgliederzahlen zeigen die große Begeisterung für den Verein, der mittlerweile auch einige Vorstandsmitglieder der Bruderschaft stellt.

Stefan RegimentskönigEs ist Zeit, sich nach den "mageren" Jahren wieder in der Hammer Bruderschaft als aktive Kompanie "zurückzumelden": Nach dreißig Jahren Wartezeit ist der Zeitpunkt im Jahr 2012 gekommen und unser Stefan wird Regimentskönig! Damit stellen die Heimattreuen Hammer zum dritten Mal stolz einen König der Hammer Bruderschaft. Als unser Stefan für alle Vereinskameraden spontan an den Schießstand geht, kann es noch keiner so richtig begreifen. Doch als dann die Platte fällt ist es klar: Stefan und Nadine Kreuels von den Heimattreuen Hammern sind das neue Königspaar 2012/2013 in Düsseldorf-Hamm.

Schnell finden sich auf dem Platz auch zwei Brudermeisterpaare: Andreas Schielmann und Melanie Kohlhaas ebenfalls von den Heimattreuen Hammern und der Bruder von Stefan, René Kreuels und seine Frau Christina aus der St. Blasius-Kompanie.

Kompanie Heimattreue-Hammer Schützenfest 2013
Die Heimattreuen Hammer 2013 zum Abschluss des Königsjahres von Stefan Kreuels (mit Namen im internen Bereich)
Im Jahr 2014 wird ein weiteres Projekt gestartet: Die aus dem Jahr 1982 stammende und im Jahr 2007 überarbeitete Fahne soll erneuert werden. Grund hierfür ist neben dem Alter und dem Zustand der Fahne der Umstand, dass die horizontale Orientierung der Darstellung (wie es für die Nutzung als Auslegerfahne richtig wäre) nicht zur realen Trageweise der Fahne passt. Wie die meisten anderen Kompaniefahnen der Bruderschaft soll daher die Darstellung im 45°-Winkel auf dem quadratischen Tuch erfolgen. Das bisherige Motiv (hl. Christophorus als Wanderer) soll jedoch in zeitgemäßer Form übernommen werden. Da der Kompaniename mit dem neuen Entwurf auf dem größeren Tuch auf die Vorderseite gewandert ist, wird für die Rückseite als zentrales Motiv die Hammer St. Rochus-Kapelle am Ende der Fährstraße ausgewählt, in den Ecken umgeben von dem Stadtwappen Düsseldorfs, dem Landeswappen Nordrhein-Westfalens, dem hl. Sebastianus und einer Schützenscheibe hinter gekreuzten Gewehren. (Das Logo auf dieser Webseite nimmt somit Bezug auf die beiden zentralen Elemente der aktuellen Fahne.)

Die Weihe der Fahne erfolgt zur Fronleichnamsprozession am 31. Mai 2015 durch den Präses der Bruderschaft Diakon Herbert Erdt.

Auch in den Jahren nach 2004 wächst der Verein kontinuierlich weiter durch die Aufnahme neuer Mitglieder, die über Verwandtschaft, Freunde oder auch aus anderen Kompanien zu den Heimattreuen stoßen. Im Jahr 2017 wechseln 8 Mitglieder der Jungschützenkompanie zu uns, verstärken und verjüngen damit unsere Kompanie. Dies zeigt, dass die kinderreichen "Heimattreuen Hammer" weiterhin attraktiv und lebendig sind.

Kompanie Heimattreue-Hammer zum Schützenfest 2018
Die Heimattreuen Hammer 2018 zum Abschluss des Königsjahres von René Peltzer (mit Namen im internen Bereich)
Zum Schützenfest 2018 hat die Kompanie 45 aktive Mitglieder im Alter zwischen 27 und 90 Jahren.

Viele unserer Kinder lernen das Schützenwesen bei unseren gemeinsamen Veranstaltungen kennen und begeistern sich dafür. Die Jüngeren laufen auch gerne im Schützenumzug und bei den Paraden mit.

Einige der Größeren sind inzwischen, um das Brauchtum in Hamm weiter zu leben und zu pflegen, schon selbst in der Jungschützen-Kompanie der Bruderschaft aktiv! Gut unterrichteten Quellen zufolge soll es unser Nachwuchs dort sogar schon bis zum Kompaniekönig gebracht haben!

Kompanie Heimattreue-Hammer zum Schützenfest 2019
Die Heimattreuen Hammer 2019 zum Abschluss des Königsjahres von Andreas Küpper (mit Namen im internen Bereich)
In den Jahren 2017 und 2018 stellt die Kompanie mit René Peltzer (mit Königin Martina) und Andreas Küpper (mit Königin Claudia) zweimal in Folge den Regimentskönig in Hamm. Das Engagement der Kompanie für die Bruderschaft zeigt sich auch darin, dass Ende 2016 Bernd Kampes zum Oberst und Michael Scheurenberg zum Major gewählt werden. Einer der "Nachrücker" bei den Adjutanten ist Freddy G. Hilden, ebenfalls ein Heimattreuer Hammer. Anfang 2018 wird Robert Felsberger als 2. Regimentsfähnrich vorgestellt und besteht seine Feuertaufe während der Kirmes 2018 mit Bravour. Im Sommer diesen Jahres siegt René Peltzer beim Königsschießen der IGDS auf der Rheinwiese und wird so erster Stadtkönig Düsseldorfs aus der Hammer Bruderschaft. Auf der Generalversammlung der Bruderschaft desselben Jahres wird zudem unser Kamerad Christian Roth zum 2. Schriftführer gewählt. (Siehe auch Seite Der Vorstand der St.-Seb.-Bruderschaft Düsseldorf-Hamm der entsprechenden Internetpräsenz.)

Der 1. Chef der Bruderschaft, Willi Andree, bezeichnet auf dem Krönungsball der Kirmes 2018 die Kompanie "Heimattreue Hammer" als eine "starke Stütze des Schützenwesens in Hamm, nachdem sie vor 15 - 20 Jahren fast vor ihrer Auflösung stand".

Die Jahre 2020 und 2021 - Corona-Pandemie

Das Jahr 2019 steht auch für die Hammer Schützen ganz im Zeichen der 625-Jahr-Feier der Eingemeindung von Hamm nach Düsseldorf im Jahr 1394. Beginnend mit dem Weihnachtsmarkt 2018 auf 'De Blääk' spannt sich ein Festzyklus über das ganze Jahr mit dem Schützenfest bis hin zum grandiosen Finale, dem Oktoberfest auf dem Nikolaus-Faber-Platz.

HTH-Logo Overlay Coronavirus Ganz tradtionell eröffnen die Hammer Schützen das Kalenderjahr 2020 mit der Feier des St. Sebastianus-Patronatsfestes - in diesem Jahr am 12. Januar. Eine noch im Dezember 2019 entdeckte Virusinfektion breitet sich - bis Mitte Februar zunächst mit eher geringer Aufmerksamkeit in Europa - scheinbar von Asien ausgehend erst als Epidemie in den Folgemonaten zur Pandemie werdend auf dem gesamten Erdball aus.

Dies bringt nicht nur bis dahin kaum vorstellbare Veränderungen und Einschränkungen des öffentlichen und gesellschaftlichen Lebens mit sich. Die Pandemie legt zudem für nunmehr mehr als ein ganzes Jahr nahezu das gesamte Vereinsleben der Heimattreuen und der Bruderschaft lahm. Es finden in diesem Jahr weder Krönungsbälle, noch die sommerlichen Kompanieschießen oder das Schützenfest im September statt. Bisherige Ausfälle des Schützenfestes waren entweder bedingt durch Kriege, Besatzung oder Naturkatastrophen wie schwere bzw. mehrfache Hochwasser. Selbst als 1961 die Rheinkirmes wegen der Polio-Epidemie in Deutschland abgesagt wurde, konnte in Hamm ein Schützenkönig gekürt werden.

Dies bringt nicht nur bis dahin kaum vorstellbare Veränderungen und Einschränkungen des öffentlichen und gesellschaftlichen Lebens mit sich. Die Pandemie legt zudem für nunmehr mehr als ein Jahr nahezu das gesamte Vereinsleben der Heimattreuen und der Bruderschaft lahm. Es finden in diesem Zeitraum weder Krönungsbälle, noch die sommerlichen Kompanieschießen, noch die Vereinstouren und Versammlungen oder das Schützenfest im September statt. Bisherige Ausfälle des Schützenfestes waren entweder bedingt durch Kriege, Besatzung oder Naturkatastrophen wie schwere bzw. mehrfache Hochwasser. Selbst als 1961 die Rheinkirmes wegen der Polio-Epidemie in Deutschland abgesagt wurde, konnte in Hamm ein Schützenkönig gekürt werden.

HTH-Logo Overlay Impfung Im Frühjahr 2020 und ab Herbst 2020 wechseln sich in Abhängigkeit von steigenden oder sinkenden Infiziertenzahlen bzw. coronabedingten Sterbefällen immer wieder leichtere oder schärfere Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens (vollständige oder teilweise Schließungen von Schulen, Kitas, großer Teile des Einzelhandels, von Kinos und Theatern, Sportmöglichkeiten, Gaststätten sowie Restaurants, etc.) ab. Überdies sorgt die Ausbreitung mehrerer möglicherweise ansteckenderer und möglicherweise tödlicherer Virusmutationen für Unsicherheiten bei der Beurteilung der Lage und der Vorhersage des weiteren Infektionsgeschehens. Kurz vor Weihnachten 2020 erhält der erste Impfstoff seine Zulassung innerhalb der Europäischen Union, weitere folgen in den ersten Monaten von 2021. Die schon vorbereitete Impfkampagne startet noch vor Jahresende, aber es wird in Deutschland unter anderem durch die schleppend an- und ablaufende sowie bürokratisierte Organisation erst Mitte des Jahres eine ausreichende Impfquote im Land erreicht werden, die dann hoffentlich die weitgehende Aufhebung der Corona-Maßnahmen ermöglichend wird.

Das bedingt, dass schon ab November 2020 unter anderem die jährlichen Generalversammlungen, das Gedenken am Totensonntag und die Nikolausfeier für unsere Kinder entfallen müssen. Auch die Schützenmesse am zweiten Januarwochenende zum St. Sebastianus-Titularfest 2021 kann genausowenig stattfinden wie der Kompaniekrönungsball. Dies ist die erste Veranstaltung, die nun zum zweiten Mal in Folge wegen der Corona-Pandemie entfallen muss.

Auch wenn sich die Pandemielage seit Anfang Mai 2021 kontinuierlich und deutlich verbessert hat, weshalb in der Folge viele Maßnahmen gelockert bzw. aufgehoben werden, ist aktuell realistisch nicht abschätzbar, wann und wieweit das Vereinsleben zur bisher gekannten Normalität zurückfinden wird. In den Sommermonaten können wir im Freien unter Beachtung von Hygieneregeln wieder erste Aktivitäten starten, wie einen Stammtisch, zu dem sich dreizehn Mitglieder, sowie eine nachgeholte Generalversammlung, zu der sich 36(!) Kameraden eingefunden haben. Auch kann inzwischen "laut" über Aktionen im Umfeld des regulären Schützenfesttermins nachgedacht werden.